MICHAEL-PREIS

MICHAEL-Preisträger/in Prof. Dr. Matthias Koepp<br>[Foto aus dem Jahr 2020]
Prof. Dr. Matthias Koepp
[Foto aus dem Jahr 2020]
MICHAEL-Preisträger/in Dr. Friedrich Woermann
Dr. Friedrich Woermann

Der Preis wurde beim 24. Internationalen Epilepsie Kongress in Buenos Aires vom Präsidenten des Kongresses überreicht. Das Preisgeld in Höhe von DM 20.000,- wurde dankenswerter Weise von der Fa. Novartis zur Verfügung gestellt.

MICHAEL-PREIS – Preisträger/innen 2001

Der MICHAEL-PREIS 2001 wurde verliehen an:

Prof. Dr. Matthias Koepp
Epilepsy Research Group, Institute of Neurology, London, England
London (England)
Dr. Friedrich Woermann
MRT-Abteilung, Epilepsie-Zentrum Bethel, Bielefeld, Deutschland
Bielefeld-Bethel (Deutschland)

Die Stiftung Michael hat den Michael Preis 1999 / 2000 an zwei Wissenschaftler vergeben, die die zerebrale Bildgebung in der klinischen Epilepsieforschung aussergewöhnlich fruchtbar angewendet haben. Die Stiftung ehrt damit zugleich das seit Jahren ergebnisreiche Wirken der von John Duncan inaugurierten Epilepsie-forschungsgruppe des Institute of Neurology in London.

Matthias Koepp, MD PhD, Epilepsy Research Group, Institute of Neurology, London
Dr. med. Friedrich Woermann, MRT-Abteilung, Epilepsie-Zentrum Bethel, Bielefeld

Laudatio

Matthias Koepp hat vier Arbeiten vorgelegt, an denen er massgeblich beteiligt war, die sich mit der Positronen – Emissions – Tomographie (PET) bei temporaler Epilepsie und in epileptogenen Strukturen anderer Lokalisation befassen.

Die PET – Methode erlaubt die Messung von Gewebskonzentrationen radioaktiv markierter Substanzen in topographisch abgrenzbaren zerebralen Strukturen.Es können sowohl Zustände in Ruhe wie Veränderungen während Funktionsprüfungen und auch Anfällen untersucht werden.

Das Interesse gilt der Rezeptorlokalisation und – kinetik, speziell der Opiatrezeptoren (mit 11C-dipromorphin) und der zentralen Benzodiazepin-Rezeptoren (11C-flumazenil).

Die vorgelegten Arbeiten dienen der in-vivo-Darstellung von Neurotransmitter- und Rezeptorveränderungen bei fokalen Epilepsien (Hippocampus-Sklerose, Temporallappen-Epilepsie mit normalem MRT, kortikale Entwicklungsstörungen und extra-temporale Epilepsien mit normalem MRT).

Besonders die Beobachtungen von ausgedehnten temporalen und extratemporalen Rezeptorveränderungen bei Patienten mit normaler, hochauflösender quantitativer und qualitativer MRT sind von hervorragender klinischer und wissenschaftlicher Bedeutung, da sie neurochemische Funktionsstörungen bei unverändert erscheinender morphologischer Struktur belegen.

Dr. med. Friedrich Woermann hat vier Arbeiten vorgelegt an denen er massgeblich beteiligt war, die sich mit der Magnet-Resonanz-Tomographie (MRT) und –Spektroskopie (MRS) bei temporaler Epilepsie und bei juveniler myoklonischer Epilepsie befassen.

Das Verfahren der MRT und ihre Ergänzung durch Methoden, die Stoffwechsel, Durchblutung und Chemie der neuronalen Funktionen des Gehirn erfassen, bedeuten einen grossen Fortschritt in der in-vivo-Diagnostik bei Menschen mit Epilepsie, während die MRT Strukturveränderungen wie Atrophien, Dysplasien, Sklerosen sichtbar und messbar macht, werden mit der Spektroskopie metabolische Veränderungen nachweisbar.

Mit diesen Methoden waren u.a. bei temporaler Epilepsie auch ohne Auffälligkeiten der morphologischen Struktur Änderungen im Metabolitenprofil nachzuweisen. In den vorgelegten Arbeiten wurden die Methoden MRT und MRS wissenschaftlich evaluiert und ihr Wert sowohl in der Epilepsiediagnostik wie in der klinischen Epilepsieforschung überzeugend dargestellt.

STIFTUNG MICHAEL

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